Führer und Verführer

Dauer 136 Minuten FSK 12

Produktion Deutschland 2023

Darsteller:innen Robert Stadlober, Fritz Karl, Franziska Weisz u.a.

Die Handlung von FÜHRER UND VERFÜHRER spannt einen Bogen von März 1938 bis Mai 1945. Im Jahr 1938 ist Goebbels auf dem vorläufigen Höhepunkt seiner Macht, die Zustimmung zur Politik Hitlers erreicht bis dahin nicht gekannte Ausmaße. Der Diktator marschiert nun entschlossen in Richtung Krieg. Doch die Propaganda hat das Thema Frieden stark strapaziert, so dass ein plötzliches Umsteuern so schnell nicht möglich ist. Goebbels´ Arbeit gerät in heftige Kritik seines Führers, er versucht alles, sein Ansehen wieder zu gewinnen und die Begeisterung der Bevölkerung für den Krieg anzuheizen. Er löst das Pogrom vom 9. November 1938 aus und plant die antisemitischen Filme JUD SÜSS und DER EWIGE JUDE bei deren Realisierung Hitler bis ins Detail eingreift. Die mediale Mobilmachung kommt auf Touren, Propaganda-Kompanien werden gegründet. Insbesondere im Zusammenhang mit großen Massenveranstaltungen gelingt eine fast perfekte und kontrollierte Inszenierung. Den Höhepunkt bildet die bis ins Detail geplante Siegesparade nach der Kapitulation Frankreichs. Im Jahr 1941 ist Goebbels bei Hitler wieder obenauf. Mit dem "Russlandfeldzug" beginnt für Hitler der Krieg nun erst richtig und die Massenmorde erreichen ihren Höhepunkt.Nach der Niederlage von Stalingrad holt Goebbels zum Gegenschlag aus, er ruft zum "totalen Krieg" auf. Seine Sportpalastrede feiert er als sein Meisterstück der Propaganda. Immer wieder fordert er eine härtere Gangart und drängt seinen Führer stärker in der Öffentlichkeit aufzutreten. Doch die Lage wird immer aussichtsloser. Spätestens Ende 1944 wird angesichts der katastrophalen Lage deutlich, dass Hitler keinen Alternativplan hat. Mit seiner Propaganda geht es Goebbels jetzt mehr und mehr darum, der Nachwelt sein Bild des Dritten Reiches zu hinterlassen. Dazu gehört auch der Untergang. Nach dem Selbstmord Hitlers vollzieht Goebbels mit dem Mord an seiner Familie und dem Selbstmord den radikalsten ihm noch möglichen Propaganda-Akt.

R: Joachim A. Lang.

"Ich habe mich immer darüber gewundert, wie Adolf Hitler, Josef Stalin und Co. in Filmen dargestellt werden, nämlich seltsam ominös, nach Schwefel riechend und eben so als Schulbuch-Bösewichter, nie als normale Männer. Das prägt unseren Umgang mit den heutigen Vertretern der extremen Rechten oder des Putinismus: Da sie auch ganz nett und gewinnend auftreten können, etwa in einer Talkshow, halten wir sie für harmlos.

Ein neuer Film - Führer und Verführer, Regie Joachim A. Lang – geht nun einen anderen Weg: Er zeigt, wie Goebbels und Hitler das Konzept des totalen Kriegs propagandistisch vermarkten. Dabei sieht man lächelnde, scherzende oder schlicht sympathische Leute, normale Dudes wie mein Sohn sagen würde, deren Gefährlichkeit nicht durch Plaudern, nicht durch zusammen Abhängen, durch Nachfragen oder tiefe Blicke in die Augen zu erkennen ist, sondern nur durch Nachdenken. Der Film zeigt die immense Macht geschickter Propaganda: Sie kann ganze Nationen in den Abgrund stürzen, in dem sie nicht existente Probleme zu bekämpfen vorgibt. All jenen, die immer fordern, man müsse im Kampf gegen die extreme Rechte auch die Sorgen und Nöte der weißen Menschen ernst nehmen, sollten diesen Film sehen und erkennen: Die sogenannte “Judenfrage”, also der praktizierte Antisemitismus, rangierte in den dreißiger und vierziger Jahren weit oben in der Liste der Themen, die die Menschen beschäftigen. Und war als Problem zu hundert Prozent erfunden. Die Jüdinnen und Juden Europas waren eine Bedrohung für niemanden. Und doch wurde Deutschland schuldig, setzte alles daran, diese Menschen zu ermorden. Wie es dazu kam, erzählt dieser wichtige Film. Berater war übrigens der glänzende Zeithistoriker Thomas Weber, dessen Buch über Hitler im Ersten Weltkrieg unbedingt zu empfehlen ist." (Nils Minkmar, Der Siebte Tag, steadyhq.com/de/nminkmar/posts/2db20d67-cd59-4b2f-968f-acd2e25f7373)

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