filmhaus_präsentiert: Sternbrücke FOREVER
Dauer 99 Minuten FSK 6
Produktion Deutschland 2026
Zu Gast in Bielefeld der Kameramann des Films Marvin Hesse. Er ist auch Mitglied im Filmhaus. Die Moderation des Abends übernimmt Jörg Erber vom Filmhaus Bielefeld.
STERNBRÜCKE FOREVER ist eine warmherzige und überraschend humorvolle Liebeserklärung an einen besonderen Ort und seine Menschen und zugleich ein wütender Kommentar zu einer Stadtpolitik, deren Folgen in vielen Städten zu beobachten sind. Aus einer Hamburger Geschichte wird so eine universelle Erzählung über Veränderung und Zusammenhalt - und über die Frage, wem die Stadt gehört und was sie lebenswert macht. Unter der Hamburger Sternbrücke entstand ein einzigartiger Mikrokosmos aus Clubs, Kiosken, Werkstätten und Nachbarschaft. Mehmet verkauft Falafel, Martina betreibt einen Kiosk, Stefan repariert Autos. Und jedes Wochenende strömen junge Menschen in die Clubs, die Juri, Daniel, Ute und andere unter der Sternbrücke betreiben. Doch ihre Zeit hier läuft ab. Als der Abriss der Brücke beschlossen wird, beginnt für die Menschen vor Ort eine jahrelange Zeit der Ungewissheit. Der Film begleitet die Gemeinschaft im Ausnahmezustand - zwischen Alltag, Abschied und Widerstand.
Regiebemerkung von Christian Hornung: Mit STERNBRÜCKE FOREVER versuche ich, das Wesen eines Ortes einzufangen, der verschwindet und die Menschen zu porträtieren, deren Leben eng mit ihm verwoben ist. Jahrelang bin ich auf meinem Weg zu meiner Bürogemeinschaft mit dem Fahrrad unter dieser Brücke durchgefahren. Ich war hier auf Konzerten und kannte die Brücke bei Tag und bei Nacht. Als ich von den Plänen hörte, die Sternbrücke abzureißen, wusste ich sofort: Ich will hier einen Film machen, ich muss das Besondere dieses Ortes einfangen.
Die Sternbrücke ist ein eigenartiger Schauplatz - beengt, schmutzig und ohrenbetäubend laut, und doch voller Leben und Charakter. Auf nur wenigen hundert Quadratmetern verdichtet sich hier das Leben der Großstadt: Handwerk, Kultur, Nachtleben, Gastronomie und das ständige Rauschen des Verkehrs. Obwohl es sich um einen durch und durch urbanen Ort handelt, besitzt er für mich zugleich eine beinahe dörfliche Atmosphäre. Eine Eisenbahnbrücke, an und unter der Menschen leben und arbeiten - oft unter prekären Umständen, zugleich mit einem starken Gefühl der Verbundenheit.
Christian Hornung (geb. 1976), aufgewachsen in Freiburg i. Breisgau, Filmstudium an der Hochschule für bildende Künste, Hamburg. Sein Abschlussfilm GLEBS FILM feierte 2010 auf der Berlinale in der Sektion "Perspektive Deutsches Kino" seine Premiere. Sein Langfilm-Debüt MANCHE HATTEN KROKODILE lief 2016 im Wettbewerb des Max Ophüls Preis Film Festival. Christian Hornung lebt und arbeitet als freier Regisseur und Autor in Hamburg. Sein neuer Dokumentarfilm STERNBRÜCKE FOREVER hat seine Weltpremiere auf dem Filmfest Hamburg 2026.