filmhaus_präsentiert: Eine Krankheit wie ein Gedicht

Filmplakat des Films filmhaus_präsentiert: Eine Krankheit wie ein Gedicht

Dauer 84 Minuten FSK 12

Produktion Deutschland 2026

Mit Regiebesuch und anschließendem Filmgespräch moderiert von Beate Middeeke

Drogeninduzierte, chronifizierte, schizo-affektive Psychose des manischen Formenkreises, Typ polytox, kein morphin Typ - das ist die Diagnose meines Vaters. Übersetzt bedeutet das, dass er immer wieder denselben Kreislauf durchlebt: er verfällt in drogen-induzierte Psychosen, wird in Psychiatrien ausgenüchtert und versinkt danach in depressiver Scham. Während dieser Psychosen ist er unberechenbar und lebt seine Gewalt offen aus, gegen die Menschen in seinem Umfeld. Für mich ist er jedoch nicht nur ein Täter, dessen Taten ich zutiefst verurteile, sondern auch ein Mensch, den ich liebe und ein Künstler, den ich bewundere. Seine Psychosen und Innenwelten hat er in Fotografien, Malereien und Skulpturen verewigt und dokumentiert. Auch unsere Beziehung wird in Kunst festgehalten, in einem gemeinsamen Comicbuch, dessen Seiten wir abwechselnd mit Zeichnungen füllen. Er kämpft gegen sich selbst, seine Krankheit und gegen das System. Und ich an seiner Seite. Der mehrfache Publikumspreisgewinner EINE KRANKHEIT WIE EIN GEDICHT ist ein vor kreativen Einfällen sprudelnder Film voller Wärme und Humor über umgekehrte Eltern-Kind-Rollen, die Poesie im Chaos und das Durchdringen einer Krankheit.

R: Jelena Ilic

 

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Dienstag
06. Oktober