filmhaus_präsentiert: Brazils Haus

Dauer 84 Minuten FSK ?

Produktion Deutschland 2024

Branko Šimic ist zu Gast in Bielefeld und stellt seinen Film persönlich vor. Jörg Erber vom Filmhaus Bielefeld moderiert den Abend.

Ein Schlaganfall nahm Goran Pavljaševic mit 40 Jahren die Sprache, aber nicht die Fähigkeit, mit seiner Umgebung zu kommunizieren. Pavljaševic spricht nur noch mit zwei Silben. Rhythmus, Mimik und Gestik werden zu seiner Ausdrucksform. Der ehemalige Bühnenmanager aus Bosnien lebt heute zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Erinnerungen an sein Leben vor dem Bosnienkrieg stehen neben den Folgen des Schlaganfalls.

Ein Foto aus seiner Kindheit, auf dem er neben dem Anführer des berühmten Bergarbeiteraufstands von Husino von 1920 steht, wird zum Ausgangspunkt einer persönlichen Spurensuche. Der Aufstand von Husino gilt bis heute als ein wichtiges Symbol des Arbeiterwiderstands in Bosnien. Wer ist Goran heute? Ein ehemaliger Bosnier, ein Schlaganfallüberlebender, ein Einwanderer, ein Flüchtling aus der eigenen Geschichte? Der Film zeichnet das Porträt eines Mannes, dessen persönliche Geschichte von Identität, Verlust und Freundschaft erzählt.

„BRAZILS HAUS“ war in der offiziellen Auswahl des 30. Sarajevo Film Festivals 2024.

Branko Šimic, geboren 1968 in Tuzla in Bosnien und Herzegowina, lebt und arbeitet als Theaterregisseur in Hamburg. Er studierte Schauspiel an der Akademie der Szenischen Künste in Sarajevo sowie Theaterregie an der Universität Hamburg und realisierte zahlreiche freie Theaterproduktionen, unter anderem auf Kampnagel. Viele Jahre lang plante und recherchierte er für diesen sehr persönlichen Film. Mit Brazils Haus (Brazilova Kuca) gelang es ihm schließlich, seinen ersten Dokumentarfilm zu realisieren.

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23. April